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Hochtied

Von Ilse Poggensee

Hochtied is woll eins von de schönsten Feierlichkeiten im Leben von uns Minschen. Vor de Brutpaaröldern bedüt sonne Hochtied meistens vehl Obrejung. Früher ging sonne Hochtied immer noch de Polterabend vorrut. An disen Dach vor de eigentliche Hochtied kamen denn ok Hinz un Kunz, weil et ja immer wat umsonst te trinken un tau äten gaf. Hüte maken de meisten Brutpaare Polterhochtied, weil denn alles an einen Dach un in einen Abwasch erledijt ist.

Als vor zwanzich Jahr unse ölste Dochter efriet hat, hätt wie ok Polterabend efiert. Wie hemm de Feier to Huse emakt, weil wie dachten, wie hät jenuch Platz. Hät uns Dische un Bänke eborjet, en Wäschekorf vull Brötchen, Aufschnitt un Botter, etliche Pullen Schluck un 2 Fatt Bier besorjet. Anita, ne gue Bekannte, hat mick ehulpen de Brötchen te schmeern. Ihre Mann un unse Vader henn sick um Schluck un Bier ekümmert. Schon bie den Anblick von den schönen Aufschnitt is uns dat Water in Mund tausammeeloopen. Davon wollten wie beide nachher ok en Brötchen eeten.

Datau is et aber garnich ekommn. De Bräudigamm war in Fautballverein, un däh sind natürlich ok alle ekommn. Ja, et kamen oberhaupt sauvehl Lühe, de wie garnich ekennt hemmn. Tauletzt harrn wie kein Staul un kein Disch mehr. Se saaten denn schon ob de Treppe, inne Küche, in Husflur un inne Veranda. Wie harrn nich ma mehr Platz taun Brötchen schmeern. So hätt wie en ledigen Bierkasten umedreit, en Laken oberwech elecht un sind damit inne Spiesekamer etreckt. Denn warn de Brötchen alle. Hätt wie dat Brot, dat vor den Hochtiedendach sien solle, enommn. Wie kunnt ja morjens noch wat halen. Als denn ok de Aufschnitt alle war, hätt wie de frischjeschlachte Wost ut de Röckerkamer enommn.

Et war lustisch un ging bet taun Morjen. Nu mußten wie an Hochtiedendachmorjen ja alles wedder ob Vordermann bringen. Schließlich war et denn sauwiet, dat wie nat Standesamt mußten un anschließend na Kirche. Hat ja alles gut eklappt. Als wie inne Kirche warrn, hebbe ick ers ma alle Viere von mick estreckt. De Ruhe, un sitten, un de Paster predige sau schön. Ick harre ne ganze Stunne da sitten könn. Plötzlich hätt Wilfried un Peter, zwei Hochtiedsgäste, hinder mick an to blackern efungen. Nee, dachte ick, könnt se nich ma de korte Tied inne Kirche vernünftich sien. Et gaf doch en Abend vorher jenuch tau fiern, un kunn ja nachher wiedergahn. Et schaat doch bestimmt nist, wenn se ma tauhört, watt de Paster to sejen hat. Moste de beide nachher ma en paar Tackte sejen.

Als wie denn alle wedder obestahn sind un ick mien Rostenstruz nehmen wolle, wußte ick, warum de beiden emmerzu eblackert harrn. Ick harre de ganze Tied ob den Rosenstruz esäten. Harre et nich emarkt un bie dat Jewichte de Rosen breit esäten. Ick war mit en schönen frischen Rosenstruz inne Kirche egahn un ging nu mit'n jepressten wedder rut. Tau Rede kunn ick de beide natürlich ok nich mehr stellen.

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