Von Pastor Hermann Willing
Dich grüß ich mein Dörflein, vom Walde umkränzt,
vom Bächlein mit grünenden Wiesen umgrenzt,
euch freundliche plätze, wo jauchzend vor Lust,
die spielenden Kinder sich weiten die Brust.
Du leuchtendes Auge im heimischen Bild,
du See in der Tiefe, du lächelst so mild,
es malt dir die Sonne mit blinkendem Schein
manch blitzenden Stern in den Spiegel hinein.
Und mitten im Wasser die Felsenburg prangt,
mit Zinnen bekrönt, von Efeu umrankt,
von krächzenden Dohlen verworrener Schar
umkreist und umflattert unzählige Jahr.
Und rings die Kastanien sich neigen so schwer,
wie träumend von einstiger Fehde und Wehr,
doch weckt sie der Frühling im nächtlichen Traum,
mit Lichtlein besteckend der Zweigelein Saum.
Und mitten im Dorfe, auf Felsen gebaut,
die Kirche aufraget. Ihr Turm überschaut
den Berg und die Häuser, den Wald und den See,
uns weisend zur Heimat, zur himmlischen Höh!